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Startseite   Drehgenehmigungen   Green Film Guide Berlin Brandenburg

Green Film Guide Berlin Brandenburg

Nutzen Sie unseren   Greenfilm Service Providers Guide

und unseren               Wegweiser für die einzelnen Departments !

Initiativen wie www.ecoprod.com oder PGA Green und die www.greenfilminitiative.de haben sich zur Aufgabe gemacht, die Filmindustrie in Sachen Umweltbewußtsein zu sensibilisieren. Seit wenigen Jahren wird das Thema „umweltbewusst produzieren“ auch in der europäischen Filmindustrie diskutiert.

Auch in Berlin und Brandenburg wollen wir ein Umdenken erreichen und die Film- und Medienbranche animieren, umweltfreundlicher zu produzieren. Uns ist klar, dass die meisten Produktionen unter enormem Zeitdruck und mit knapp bemessenem Budget arbeiten.
Wir wollen deshalb versuchen, mit der Erweiterung unserer Adressdatenbank um die Rubrik Green Production Service Guide und dem Wegweiser für die einzelnen Departments wichtige Information, Anregungen und Dienstleisterkontakte zu bündeln, um so eine Umstellung der Branche zu vereinfachen. Gleichzeitig wollen wir hierdurch aber auch einen Anreiz schaffen, sich als umweltbewusster Dienstleister zu etablieren und die Serviceangebotspalette entsprechend zu erweitern, um somit noch vorhandene Marktlücken zu schließen. 

Hintergründe zum Thema "Green Film Making"

Medienboard Goes Green

Nachhaltigkeit gewinnt in der Wirtschaft immer mehr an Bedeutung und hat auch die Film- und Medienproduktion erfasst. Welche Initiativen gibt es? Was sagen die Pioniere der Branche – regional wie international? Wie dreht man grüner – und warum eigentlich? Ein Überblick.

Medienboard Goes Green! Das Thema Nachhaltigkeit spielte sich bisher meist vor der Kamera ab, inzwischen geraten aber zunehmend die Produktionsprozesse selbst in die Diskussion. Tatsächlich stehen die meisten Dienstleistungen innerhalb der Produktionskette mittlerweile auch in der klimaneutralen Variante zur Verfügung – nur ist das vielen noch gar nicht bekannt. Die Berlin Brandenburg Film Commission bemüht sich, Abhilfe zu schaffen und erweitert ihren umfangreichen Production Guide für die Hauptstadtregion um eine weitere Kategorie, in der umweltbewusste Film- und Mediendienstleister aufgelistet werden. Erste Ergebnisse einer Umfrage, die die Film Commission in diesem Zusammenhang zur Zeit durchführt, belegen, dass zwei Drittel der Befragten bis zu 5 % höhere Herstellungskosten in Kauf nehmen würden, um klimaverträglich zu produzieren.

 „Umweltschutz ist eines der wichtigsten gesellschaftlichen Anliegen unserer Zeit“, so Kirsten Niehuus, Geschäftsführerin Filmförderung des Medienboard. „Auch im Bereich der Filmproduktion können wir durch schonende Technik und bewussten Umgang mit Produktions-und Transportmitteln einen relevanten Beitrag zum Umweltschutz leisten. Der Kostenfaktor spielt hierbei sicher eine wichtige Rolle, aber da man bekannterweise Geld nicht essen kann, unterstützt Medienboard mit der „grünen“ Erweiterung des Production Guides die Entwicklung hin zu einer umweltbewussteren Filmbranche.“

Dass Green Filming Standard werden könnte, war vor wenigen Jahren nicht im Entferntesten abzusehen: Im Jahre 2006 kam eine Studie der University of Los Angeles zu dem Schluss, dass Hollywood entscheidend zur mangelhaften Luftqualität über Los Angeles beiträgt – und sogar höhere Emissionswerte als andere Großindustriezweige in und um Los Angeles erreicht, inklusive der Raumfahrtindustrie.

Frischer Wind

Diese Veröffentlichung mag dazu beigetragen haben, dass Mitgliedern der Producers Guild of America bewusst wurde, dass sie mit der Filmherstellung auch gesellschaftliche Verantwortung tragen. Sie bekannten Farbe und gründeten die Initiative PGA Green, um sich für eine klimafreundliche und nachhaltige Produktion in der Film- und Medienbranche einzusetzen. Und machten deutlich, wie sich auch in dieser Technik-affinen und notorisch unter Termindruck leidenden Wachstumsbranche Umwelt- und Ressourcenschutz mit Kosteneffizienz vereinbaren lassen. Auf ihrer Website stellt die PGA u.a. einen Katalog von Best Practices für den Filmproduktionsablauf bereit – mit Tipps, wie klimafreundlich produziert werden kann, von der Abfallvermeidung über Bio-Catering und Naturkosmetik bis hin zu Second Hand Kostümen. Um die Planung für das Produktionsbüro zu erleichtern, gibt es den Grünen Production Guide mit über 1500 Einträgen und dem dringenden Ratschlag, sich der Prioritäten vor Produktionsbeginn bewusst zu werden. Denn unter Zeitdruck sind die alltäglichen Lösungsansätze häufig die einfachsten – und die guten Vorsätze schnell dahin.

Die MPAA (Motion Picture Association of America) und die NBC stellen inzwischen ebenfalls Best Practice Listen für eine umweltverträgliche Produktionskultur bereit.

Um grüne Produktionen zu honorieren und damit die Branche zu motivieren, grün zu produzieren, hat die Environmental Media Association in Zusammenarbeit mit Green Seal das Gütesiegel EMA Green Seal und die EMA Awards ins Leben gerufen. Ausgezeichnet werden Filme, aber auch andere Medienformate wie TV Serien und Webcasts.

Wer ist Albert?

Auch in Europa gewinnt das Thema zunehmend an Bedeutung. Die BBC entwickelte „Albert“, ein kostenloses Online Tool, das den CO2-Fußabdruck einer TV- oder Filmproduktion errechnen kann. Die British Academy of Film and Television Arts (BAFTA) hat diesen Kalkulator übernommen und ihren Mitgliedern zur Verfügung gestellt, erst kürzlich konnten die ersten Auswertungen veröffentlicht werden.

Daraus geht hervor, dass das Produktionsbüro (30%) und die Transportkosten (38%) für Crew, Cast und Equipment den weitaus größten negativen Einfluss auf das Klima haben.

We can make a difference

Dieser Überzeugung ist Greening Film, eine Initiative des British Film Institutes, die alle am Produktionsprozess Beteiligten unterstützen möchte, nachhaltige Strategien zu implementieren. Sicherlich sinnvoll, denn eine aktuelle Studie zeigt, dass die Film- und TV-Produktion in London jährlich für die Emission von 125.000 Tonnen CO2 verantwortlich ist – das ist so viel wie die jährliche Emission einer Stadt mit 20.000 Einwohnern. Auch die französische Ecoprod, die u.a. von der französischen Filmförderung gefördert wird, setzt sich dafür ein, verantwortungsbewusst und klimafreundlich zu drehen.

In Deutschland gibt es inzwischen die Green Film Initiative, als Startschuss gilt das Panel "Greening the Film Industry" auf dem letztjährigen Berlinale Talent Campus. Hinter der Green Film Initiative steht die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Climate Media Factory mit ihren beiden Säulen Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" (HFF). Das Ziel: Tools und Arbeitshilfen zu entwickeln, um den Einstieg in grüne Herstellungsprozesse für die Branche einfacher zu gestalten. Außerdem bemüht sich die Green Film Initiative, hierzulande überhaupt für das Thema zu sensibilisieren.- Denn Deutschland gehört zwar weltweit zu den Vorreitern der Energiewende, hat aber im Vergleich zu seinen europäischen Partnern Frankreich oder England enormen Nachholbedarf, was die nachhaltige Filmproduktion angeht.

Sustainibility und CSR

Apropos Nachhaltigkeit: „Das Konzept der Nachhaltigkeit beschreibt die Nutzung eines regenerierbaren Systems in einer Weise, dass dieses System in seinen wesentlichen Eigenschaften erhalten bleibt und sein Bestand auf natürliche Weise regeneriert werden kann.“ So Wikipedia zum Thema. Der Begriff wird mittlerweile inflationär angewandt und muss viele Fahnen schmücken – darunter auch die ein oder andere, die alles andere als „green“ ist. In Bezug auf Produktionsstrukturen und Unternehmensführung hat das Thema aber in jedem Fall den Weg aus der Nische ins Zentrum des öffentlichen Diskurses gefunden. Werte wie nachhaltiges Wirtschaften, faire Mitarbeiterführung, sozial und umweltbewusste Verantwortung werden hoch geschätzt: Corporate Social Responsibility (CSR) ist kein Modethema, sondern Grundpfeiler der sozialen Marktwirtschaft. Ein Umdenkprozess ist im Gang.

Auch Elmar Giglinger, Geschäftsführer Standortmarketing des Medienboards zeigt sich zuversichtlich: „In der täglichen Arbeit der Medienbranche spielt klimaneutrales Arbeiten eine immer größere Rolle. Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit gehören inzwischen quer durch alle Generationen und jenseits aller Parteigrenzen zum guten Ton. Und das ist wichtig, denn Klimaschutz ist nicht nur eine Frage von offiziell festgelegten Klimazielen und Emissionsgrenzen, sondern betrifft das Verhalten jedes Einzelnen – jeden Tag.“

Wer wenn nicht wir

Die Film- und Medienbranche ist prädestiniert dafür, eine Vorbild- und Pionierposition einzunehmen. Nicht nur hat sie – aufgrund ihrer besonders schlechten Emissionsbilanz – erhebliches CO- Einsparpotential, sondern sie besitzt sowohl die technischen Möglichkeiten als auch die prominenten Akteure, die es braucht, um ein großes Publikum zu informieren und für eine gute Sache zu begeistern. Globale Player wie Warner Brothers und Fox Film haben dies erkannt und gehandelt und schaffen neue Standards der Film- und Medienproduktion auf internationaler Ebene, indem sie nachhaltig und transparent agieren. Aber es gibt auch ganz handfeste betriebswirtschaftliche Gründe, sich mit grünen Produktionsabläufen zu beschäftigen: Sowohl Energie- als auch Abfallbeseitigungskosten steigen ständig  und ließen sich dadurch eindämmen. Sicherlich wird nicht jede Produktion ihren Fuhrpark mit Hybridautos ausstatten können, wie einst George Clooney in Syriana. Aber auf Plastikgeschirr, -besteck und -flaschen am Set zu verzichten, das könnte doch möglich sein – und ebenfalls Kosten sparen.

Global denken – regional handeln

Es ist damit zu rechnen, dass sowohl auf internationaler Ebene als auch regional die politische Auseinandersetzung mit dem Thema zugunsten ökologisch und sozial verträglicher Strukturen zunimmt – und perspektivisch auch gesetzlich verankert wird. Somit kann ein Umdenken und Anpassen im Sinne von grünen Produktionsketten zwar momentan aufwändig erscheinen, jedoch schon bald einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil darstellen. Doch so schön es auch für Umwelt und Image ist, wenn eine einzelne Firma, ein bestimmter Standort, ein einziges Medienunternehmen sich sichert, als erstes „grün“ zu sein, zu produzieren, zu argumentieren und medial aufzutreten: Den Treibhauseffekt so niedrig wie möglich zu halten ist kein Individual-  oder regionales Marketingthema, sondern ein globales.

Um zu erreichen, dass sich hier entscheidend etwas bewegt, werden sich alle Regionen, Unternehmen und Branchen selbst in die Pflicht nehmen müssen. Auch, und ganz besonders, die Medien- und Filmbranche. Es geht darum zu prüfen, welche Maßnahmen sinnvoll und praktikabel sind und welche Infrastruktur bestehen muss, um Green Filming organisatorisch überhaupt

zu ermöglichen. Der grüne Drehpass, der sich in Hamburg und Schleswig-Holstein etabliert hat, kann hier sicher einen Anhaltspunkt bieten.  Auch in der Verbindung von grünen Initiativen und Förderinstitutionen könnten sich neue Wege und Zukunftsmodelle ergeben.

„Die  grünen Dienstleister in der Region zu erfassen und in den Production Guide aufzunehmen, ist ein erster wichtiger Schritt. Er erleichtert den Einstieg in die grüne Produktion“, so Christiane Raab von der bbfc. „Zudem schafft er einen Anreiz für ein Unternehmen, das eigene Serviceangebot zu erweitern und sich auch als grüner Dienstleister im Medien- und Filmgeschäft zu etablieren.“

Was darüber hinaus sinnvoll ist und leistbar, vom Einzelnen, aber auch von Branche und Politik gilt es herauszufinden – und mutig umzusetzen.

 

 



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