Arbeitszeitenregelungen

Arbeitszeit - Auszug aus dem Tarifvertrag für auf Produktionsdauer beschäftigte Film- und Fernsehschaffende - TV FFS vom 29. Mai 2018

(zit. nach: Tarifvertrag für auf Produktionsdauer beschäftigte Film- und Fernsehschaffende - TV FFS vom 29. Mai 2018)


"(...) 
5. Arbeitszeit

5.1. Präambel
Die besonderen Bedingungen der Film- und Fernsehproduktion haben zur Folge, dass die Arbeitszeiten sich grundsätzlich an den künstlerischen und technischen Erfordernissen des jeweiligen Herstellungsprozesses orientieren. Für die jeweils auf Produktionsdauer befristeten Arbeitsverhältnisse kann daher bei den folgenden Bestimmungen dem Umstand Rechnung getragen werden, dass die Filmschaffenden während eines Kalenderjahres nicht durchgehend 52 Wochen beschäftigt sind. Die Bestimmungen unter diesem Tarifvertragsabschnitt 5 stellen nur im Zusammenhang (TZ 5.1. bis 5.9) und in Verbindung mit dem Gagentarifvertrag bzw. mit den Regelungen zur Einstiegsgage des Schauspieltarifvertrages eine zulässige Regelung für die Arbeitszeiten von Film- und Fernsehproduktionen dar. Einzelabreden zum Ausschluss einzelner oder mehrerer der TZ 5.1. bis 5.9. sowie des Gagentarifvertrages sind unzulässig, dies trifft insbesondere auf Vereinbarungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern gem. § 7 Abs. 3 ArbZG (einzelvertragliche Inbezugnahme) zu; es gilt § 4 Abs. 3 TVG. TZ 1.5 bleibt unberührt.

5.2. Arbeitszeit


5.2.1.

Die wöchentliche regelmäßige Arbeitszeit beträgt 40 Stunden, die, soweit dieser Tarifvertrag nichts anderes bestimmt, gleichmäßig auf die Wochentage Montag bis Freitag zu verteilen sind. 1 Protokollnotiz zu Ziffer 4.6: Die Tarifvertragsparteien sind sich darüber einig, dass es sich bei dieser Vereinbarung stets um befristete Arbeitsverhältnisse handelt. Tarifvertrag für auf Produktionsdauer beschäftigte Film- und Fernsehschaffende - TV FFS vom 29. Mai 2018 Seite 6 von 21

 
5.2.2.

Die Arbeitszeit rechnet sich von dem Zeitpunkt an, zu dem der Produzent oder dessen Beauftragter den Filmschaffenden bestellt haben, ohne Rücksicht auf den Zeitpunkt des Einsatzes.

 
5.2.3.

Als Arbeitszeit gelten außer der Proben- und Drehzeit am Set auch die Zeit für die Vorbereitungs-, Bearbeitungs- und Abwicklungstätigkeiten des Filmschaffenden, die er auf Veranlassung des Produzenten oder dessen Beauftragten in Erfüllung seiner vereinbarten Tätigkeit zu leisten hat.

 
5.2.4.

Jeder angefangene Arbeitstag wird mit mindestens 8 Stunden berechnet.

 
5.2.5.

Tageshöchstarbeitszeit

  • 5.2.5.1.
    Die Planung und tägliche Dauer der Drehzeit ist so einzurichten, dass für alle Filmschaffenden am Drehtag und Drehort eine tägliche Höchstarbeitszeit von 12 Stunden gemäß den folgenden Bestimmungen eingehalten werden kann.
  • 5.2.5.2.
    Die maximale Tageshöchstarbeitszeit darf  nur in hochfrequenten FernsehSerien-Produktionen und nur an einem Tag jeder Kalenderwoche im gesamten Produktionszeitraum von 12 auf 13 Stunden verlängert werden.
  • 5.2.5.3.
    Die maximale Tageshöchstarbeitszeit von 12 Stunden bzw. 13 Stunden im Falle von TZ 5.2.5.2.  darf nur in den folgenden Ausnahmesituationen an einzelnen Tagen und mit Zustimmung der Filmschaffenden überschritten werden. Diese Ausnahmesituationen sind: a. zeitlich aufgrund Drittentscheidung eingeschränkte Motivverfügbarkeit, b. erheblich erhöhter organisatorischer Aufwand bei Massenszenen, zum Beispiel in historischen Kostümfilmen, oder in vergleichbaren außergewöhnlichen Fällen, c. höhere Gewalt oder d. nicht planbare Ereignisse, die außerhalb des Verantwortungsbereichs des Produzenten verursacht wurden.
  • 5.2.5.4.
    Bei Überschreitung von 13 Stunden täglicher Arbeitszeit verlängert sich die direkt anschließende gesetzliche Mindest-Ruhezeit von 11 Stunden (gem. TZ 5.9.1 und 5.9.2.) auf tarifvertraglich 12 Stunden.
  • 5.2.5.5.
    Hinsichtlich der Pausen gilt TZ. 5.8.2.

(...)

5.8. Pausen


5.8.1.

Dem Filmschaffenden steht bei einer Arbeitszeit bis zu 8 Stunden eine Pause zu, die in der Regel zwischen der 4. und 5. Arbeitsstunde liegen soll. Die Pausenlänge ist so zu bemessen, dass der Filmschaffende ausreichend Gelegenheit hat, eine warme Mahlzeit einzunehmen, sie muss mindestens 45 Minuten betragen. Aus zwingenden produktionstechnischen Gründen kann im Rahmen der Bestimmungen des Arbeitszeitgesetzes die Pause verlegt werden.

 
5.8.2.

Bei verlängerten Arbeitszeiten ist bei Überschreitung von 12 Stunden Arbeitszeit eine weitere Pause von 30 Minuten zu gewähren.

 
5.8.3.

Die Pausen rechnen bis zur Dauer von 1 Stunde und 15 Minuten nicht zur Arbeitszeit. (...)

5.5. Nachtarbeit


5.5.1.

Nachtarbeit ist die Arbeit, die in der Zeit zwischen 22.00 und 6.00 Uhr geleistet wird.

 
5.5.2.

Pro Nachtarbeitszeitstunde wird zusätzlich zur Gage ein Zuschlag von 25% gezahlt. Soweit es sich um Mehrarbeit handelt, wird zusätzlich der Mehrarbeitszuschlag gezahlt.

 
5.5.3.

Ist die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln aufgrund der Lage des Arbeitsortes oder der Arbeitszeit nicht möglich, so hat der Filmhersteller für den Transport zum und vom Arbeitsort zu sorgen.

(...)

5.9. Arbeitsfreie Zeit


5.9.1.

Zwischen dem Ende und dem Beginn der Arbeitszeit muss eine arbeitsfreie Zeit von mindestens 11 Stunden liegen.

 
5.9.2.

Ein arbeitsfreier Tag zählt als Ruhe- oder Urlaubstag im Sinne dieses Tarifvertrages nur dann, wenn er neben den arbeitsfreien 24 Stunden auch die gesetzliche Ruhezeit von 11 Stunden umfasst.

 
5.9.3.

Ist der Filmschaffende länger als 21 Tage beschäftigt, müssen pro Monat mindestens zwei zusammenhängende Ruhetage gewährt werden."

Arbeitszeitregelung an Sonn- und Feiertagen


Laut Arbeitszeitgesetz Artikel 9 dürfen Arbeitnehmer an Sonn- und Feiertagen nicht beschäftigt werden.

In Ausnahmefällen wenden Sie sich bitte an die jeweiligen Landesämter.


In Berlin ist dies das: 

Allerdings stellt das LAGetSI nur auf Wunsch gegen eine Gebühr eine Bestätigung für die besondere Ausnahmeregelung der für in Berlin ansässigen Filmproduktionsunternehmen aus. Denn in Berlin gilt folgende Regelung: 

    Genehmigungsfreie Arbeitnehmerbeschäftigung an Sonn- und Feiertagen in Berliner Filmproduktionsunternehmen

    In Brandenburg ansässige Filmproduktionsunternehmen müssen eine Sondergenehmigung beim 

    beantragen.

    Ansprechpartner*innen: BBFC

    •  Christiane  Krone-Raab

      Christiane Krone-Raab

      Leiterin Berlin Brandenburg Film Commission (bbfc)
      c.krone-raab@medienboard.de

      Tel: +49 331 74387 31

      Mob: +49 172 8533 838

      location@medienboard.de

    •  Daniel  Hasler

      Daniel Hasler

      Berlin Brandenburg Film Commission
      Service und Locations

      Tel: +49 331 74387 30

      location@medienboard.de

    •  Mareike  Hube

      Mareike Hube

      Berlin Brandenburg Film Commission
      Service und Locations

      Tel: +49 331 74387 30

      location@medienboard.de

    •  Sandra  Bellin

      Sandra Bellin

      Berlin Brandenburg Film Commission
      Öffentlichkeitsarbeit

      Tel: +49 331 743 87 33

      s.bellin@medienboard.de

    Filmstandort Berlin Brandenburg 2020