Drehen aus der Luft

Luftverkehrsgesetz


Generell ist bei Luftaufnahmen aus Luftfahrzeugen (hierzu zählen auch Drohnen und andere unbemannte Luftfahrtgeräte) das Luftverkehrsgesetz zu beachten. 

Mindestflughöhe bemannter Luftfahrtgeräte


In Deutschland ist die Mindestflughöhe durch die in der Europäischen Union geltende SERA (Standardised European Rules of the Air)  festgelegt. Sie ist Teil der Regelungen für den Sichtflug. Die Mindestflughöhe ist hierbei eine absolute Größe, die nur bei Starts und Landungen unterschritten werden darf.

  • Flüge über Städten, anderen dicht besiedelten Gebieten und Menschenansammlungen im Freien
    Mindestflughöhe: 300 m (1000 ft) über dem höchsten Hindernis im Umkreis von 600 m

  • alle übrigen Fälle
    Mindestflughöhe: 150 m (500 ft) über Grund
    (vgl. Wikipedia)

Unterschreitung der Mindestflughöhe durch bemannte Luftfahrtgeräte


Wird aus Hubschraubern oder Flugzeugen gefilmt, ist es oftmals notwendig, die Mindestflughöhe zu unterschreiten. Dazu bedarf es einer Ausnahmegenehmigung durch die zuständige Luftfahrtbehörde der Länder. 

Nach "§ 37 Sicherheitsmindesthöhe bei Flügen nach Sichtflugregeln"  der Luftverkehrsordnung "kann die örtlich zuständige Luftfahrtbehörde des Landes für einzelne Flüge oder eine Reihe von Flügen Ausnahmen von den in Anhang SERA.5005 Buchstabe f der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 923/2012 vorgeschriebenen Mindestflughöhen zulassen, soweit dies für den jeweiligen Zweck erforderlich ist und dadurch keine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung eintritt." Die Ausnahmegenehmigung ist mit weiteren Nebenbestimmungen verbunden. 
In Berlin und Brandenburg ist die Gemeinsame Obere Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg (LUBB) zuständig.

Drehen mit Drohnen


Inzwischen werden die meisten Filmaufnahmen aus der Luft von unbemannten Flugobjekten, sogenannten Drohnen, gemacht.  Für Drohnen gelten spezielle Regelungen. Dass Drohnen am Set zum Einsatz kommen, ist bei den Anträgen zur Sondernutzung und Anordnung von Haltverboten zu berücksichtigen und anzugeben. Der Bereich Tiefbau der Bezirksämter oder Kommunen ist oft Eigentümer der Fläche, auf der die Drohnen starten und landen soll und demnach hinsichtlich der Aufstiegserlaubnis anzufragen.

 
"Die wichtigsten Regelungen im Überblick:" 
(Vgl.: BMVI - Die neue Drohnenverordnung, Stand: März 2020 Hrsg. Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur)
  • Wer sein Flugobjekt ausschließlich auf einem Modellfluggelände fliegen lässt, kann das machen. Allerdings müssen Drohnen oder Modellflugzeuge mit einem Gewicht von mehr als 0,25 kg mit einer Plakette mit Namen und Adresse des Besitzers / der Besitzerin versehen werden.

  • Besitzer*innen von Drohnen oder Modellflugzeugen mit einem Gewicht von mehr als 2,0 kg müssen zusätzlich zur Plakette besondere Kenntnisse nachweisen. Der Nachweis wird entweder nach Prüfung durch eine vom Luftfahrt-Bundesamt anerkannte Stelle erteilt oder bei Modellflugzeugen durch einen Luftsportverband nach einer Einweisung ausgestellt.

  • Besitzer*innen von Drohnen oder Modellflugzeugen mit einem Gewicht von mehr als 5,0 kg benötigen zusätzlich eine Aufstiegserlaubnis, die von den Landesluftfahrtbehörden erteilt wird.

  • Drohnen dürfen eine Flughöhe von 100 m nur mit behördlicher Ausnahmeerlaubnis überschreiten, die bei den Landesluftfahrtbehörden beantragt werden können. 
    Für die Beantragung benötigen die Steuerer von Drohnen oder Modellflugzeugen grundsätzlich einen Kenntnisnachweis.

  • Generell dürfen Drohnen und Modellflugzeuge nur in Sichtweite geflogen werden.

  • Generell gilt: Drohnen oder Modellflugzeuge müssen stets bemannten Luftfahrzeugen ausweichen.
  • Verboten ist:
    Jegliche Behinderung oder Gefährdung,
    der Betrieb von Drohnen oder Modellflugzeugen in und über sensiblen Bereichen wie Einsatzorten von Polizei und Krankenhäusern, Gefängnissen, Menschenansammlungen, Hauptverkehrswegen, An- und Abflugbereichen von Flugplätzen,
    - der Betrieb einer Drohne oder eines Modellflugzeugs mit einem Gewicht von mehr als 0,25 kg über Wohngrundstücken. Das Gleiche gilt, wenn das Flugobjekt (unabhängig von seinem Gewicht) in der Lage ist, optische, akustische oder Funksignale zu empfangen, zu übertragen oder aufzuzeichnen."

Drehen mit Drohnen - Regelungen in Berlin und Brandenburg


Ausführliche Informationen und das Antrags- und Erlaubnisverfahren für den Aufstieg von unbemannten Luftfahrtgeräten bzw. Drohnen in Berlin oder Brandenburg und zu den beiden Flugbeschränkungsgebieten finden Sie auf den Internetseiten derGemeinsamen oberen Luftfahrtbehörde Berlin Brandenburg (LUBB).

Hier ein paar generelle Hinweise der LUBB:

  • Die LUBB trennt bei Genehmigungen von Dreharbeiten mit Drohnen nicht in gewerblich und nicht-gewerblich. Alle Drohnenflüge werden im Genehmigungsverfahren gleich behandelt. 
  • Die LUBB weist darauf hin, dass - auch wenn es für die Drohnen unter 5 kg keine Aufstiegsgenehmigung bedarf - ,  eine Zustimmung des Grundstückseigentümers oder der -eigentümerin notwendig ist, über das die Drohne fliegen und filmen soll.
  • Außerdem müsse der für den Drehort zuständige Polizeiabschnitt über den Einsatz von Drohnen in Kenntnis gesetzt werden. Da der Einsatz von Drohnen im Antragsformular für Dreharbeiten auf öffentlichem Straßenland mit angezeigt werden muss, passiert dies im Rahmen des Anhörungsprozesses durch zentrale Straßenverkehrsbehörde.

Flugbeschränkungsgebiete in Berlin und Brandenburg


"In Berlin bzw. Brandenburg gibt es zwei Flugbeschränkungsgebiete (sog. ED-R), in denen der Betrieb von Luftfahrzeugen – dazu zählen auch unbemannte Fluggeräte – untersagt ist.

  • ED-R 4 umfasst einen Kreis mit einem Radius von 2 NM (3,7 km) um das Helmholtz-Zentrum Berlin (Wannsee) für Materialien und Energie (HZB)
  • ED-R 146 umfasst einen Kreis mit einem Radius von 3 NM (5,556 km) um den Bundestag (Reichstagsgebäude); - Kreisförmig um den Bundestag, Ansatz Ecke Tempelhofer Damm/ Kreuzung Ringbahnstraße

Ausnahmen vom Verbot im ED-R 4 und ED-R 146 können nur durch das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) zugelassen werden.

Am 28.01.2016 wurde durch das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung eine Allgemeinverfügung zur Erteilung von Durchfluggenehmigungen zur Durchführung von Flügen mit unbemannten Luftfahrtsystemen durch das Flugbeschränkungsgebiet ED-R 146 (Berlin) bekannt gegeben (NfL I-657-16). Danach gilt die Genehmigung zum Durchflug durch das Flugbeschränkungsgebiet ED-R 146 mit unbemannten Luftfahrtgeräten bei Einhaltung bestimmter Bedingungen als erteilt. Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem nachfolgenden Link: http://www.baf.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen_BAF/NfL_1_657-16_EDRBerlin.html?nn=67088

Bei Vorhaben in diesen Flugbeschränkungsgebieten ist daher gegebenenfalls zuerst eine Erlaubnis des BAF einzuholen.

Weitere Informationen und das Antragsverfahren finden Sie auf Internetseite des Bundesaufsichtsamtes für Flugsicherung." (zitiert nach:LBV)

Ausbildung: Kenntnisnachweis / Drohnenführerschein

(Liste anerkannter Stellen des Luftfahrt Bundesamts Luftpersonal unbemannte Fluggeräte)

Ansprechpartner*innen: BBFC

  •  Christiane  Krone-Raab

    Christiane Krone-Raab

    Leiterin Berlin Brandenburg Film Commission (bbfc)
    c.krone-raab@medienboard.de

    Tel: +49 331 74387 31

    Mob: +49 172 8533 838

    location@medienboard.de

  •  Daniel  Hasler

    Daniel Hasler

    Berlin Brandenburg Film Commission
    Service und Locations

    Tel: +49 331 74387 30

    location@medienboard.de

  •  Mareike  Hube

    Mareike Hube

    Berlin Brandenburg Film Commission
    Service und Locations

    Tel: +49 331 74387 30

    location@medienboard.de

  •  Sandra  Bellin

    Sandra Bellin

    Berlin Brandenburg Film Commission
    Öffentlichkeitsarbeit

    Tel: +49 331 743 87 33

    s.bellin@medienboard.de

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