Drehen auf öffentlichem Straßenland

Generell gilt:


Welche speziellen Ausnahmegenehmigungen nach Straßenverkehrsrecht einzuholen sind, hängt vom Umfang der Dreharbeiten und den Auswirkungen auf den allgemeinen Straßenverkehr ab.

Dreharbeiten, die lediglich mit einer Hand- oder Schulterkamera durchgeführt werden 
und den öffentlichen Verkehr, inklusive der Fußgänger*innen und Radafahrer*innen, nicht beeinflussen und keine Aufbauten benutzen, benötigen keine straßenverkehrsbehördliche Erlaubnis, sondern nur eine Genehmigung der Sondernutzung. (siehe: Drehen in kleinen Teams)
Diese Regelung gilt für Dreharbeiten in Berlin und Brandenburg gleichermaßen. 


Dreharbeiten, bei denen entweder:

  • mehrere Darsteller*innen mitwirken
  • Gegenstände auf öffentlichem Straßenland aufgestellt werden 
  • Verkehrszeichen oder -einrichtungen für Park- oder Spielflächen erforderlich werden

sind genehmigungspflichtig - in Berlin und Brandenburg. 

Regelungen für Berlin


Für größere Dreharbeiten auf öffentlichem Straßenland in Berlin werden folgende Genehmigungen benötigt:  

  1. Allgemeine Dreherlaubnis als Grundvoraussetzung für die straßenverkehrsbehördliche Anordnung durch das zentrale Filmbüro der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Abt. VI A – Verkehrsmanagement, Zentrale Straßenverkehrsbehörde (ehemals VLB)
  2. Straßenverkehrsbehördliche Anordnung  des zentralen Filmbüros der

    Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Abt. VI A – Verkehrsmanagement, Zentrale Straßenverkehrsbehörde (ehemals VLB)

  3. Sondernutzungserlaubnis  des für den jeweiligen Drehort zuständigen Tiefbauamts des Bezirks

Bei Dreharbeiten in einer öffentlichen Grünanlage wird zudem eine Genehmigung des zuständigen Grünflächenamts  benötigt. Bei Nachtdrehs eine Genehmigung des zuständigen Umweltamts.

Allgemeine Dreherlaubnis


Die Allgemeine Dreherlaubnis ist die Voraussetzung für alle weiteren Drehgenehmigungen für Dreharbeiten auf öffentlichem Straßenland.

Wichtig: 

Die allgemeine Dreherlaubnis kann nur für den Zeitraum erteilt werden, für den die Versicherungsgesellschaft den Haftpflichtversicherungsschutz ausgestellt hat.  

Erteilt wird die allgemeine Dreherlaubnis vom zentralen Filmbüro der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Abt. VI A – Verkehrsmanagement, Zentrale Straßenverkehrsbehörde (ehemals VLB).

Bitte beachten Sie: die allgemeine Dreherlaubnis wird benötigt, um die weiteren Drehgenehmigungen zu beantragen. Sie hat eine Gültigkeit von bis zu zwei Jahren und gilt für ganz Berlin – exklusive Autobahnen.


Folgende Formulare sind im zentralen Filmbüro der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Abt. VI A – Verkehrsmanagement, Zentrale Straßenverkehrsbehörde (ehemals VLB) einzureichen:
  • Antrag auf allgemeine Dreherlaubnis General Filming Permit

  • Bestätigung der Versicherungsgesellschaft

  • Erklärung zur allgemeinen Dreherlaubnis Declaration of Exemption

Sie finden diese unter den Antragsformularen


Erläuterung:

Bei der Erklärung zur allgemeinen Dreherlaubnis handelt es sich um eine Haftungsausschlusserklärung, die das Land Berlin von Haftansprüchen Dritter freistellt.

Zur Versicherungsbestätigung Veranstaltungen: Die Versicherungsgesellschaft muss das oben zum Download bereitstehende Formular der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Abt. VI A – Verkehrsmanagement, Zentrale Straßenverkehrsbehörde (ehemals VLB) unterschreiben. Es genügt nicht, eine allgemeine Versicherungsbescheinigung einzureichen.


Gebühren: 

1 Tag

3 Monate

6 Monate

1 Jahr

-

-

-

-

-

50,00 Euro

120,00 Euro

200,00 Euro

300,00 Euro

 

Die Allgemeine Dreherlaubnis wird mit Nebenbestimmungen verbunden (s.u.):
Hier ein paar wichtige Punkte daraus.
  1. Die Durchführung von Dreharbeiten ist in jedem Einzelfall rechtzeitig unter Angabe des genauen Ortes, der Zeit und der Dauer, sowie der Art und Weise der beabsichtigten Dreharbeiten zu beantragen. Die erforderlichen Verkehrszeichen und -einrichtungen sind in einem Verkehrszeichenplan einzutragen und mit dem Antrag einzureichen.
    Bei der Aufstellung von Haltverboten ist die 96 h Frist einzuhalten.
  2. Durch Dreharbeiten dürfen keine Gefahren für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung verursacht werden.
  3. Spätestens 3 Tage vor Beginn der Dreharbeiten sind die betroffenen Anwohner durch Wurfsendungen über den Ort, über die Zeit und über den Ablauf der Dreharbeiten zu unterrichten. Außerdem ist ein Ansprechpartner mit Tel.-Nummer vor Ort zu benennen.
  4. Die Allgemeine Drehgenehmigung ist mitzuführen und auf Verlangen zuständigen Personen auszuhändigen.
  5. Ein Missbrauch kann zum Widerruf der Allgemeinen Drehgenehmigung führen.

Hinweis:

Bei Nichterfüllung der Bestimmungen ist die Polizei berechtigt, den Beginn der Dreharbeiten bis zur Erfüllung der Nebenbestimmungen zu verschieben oder die Dreharbeiten abzubrechen.

Nebenbestimmungen zur Straßenverkehrsbehördlichen Anordnung

Strassenverkehrsbehördliche Anordnung 


Die Voraussetzung für eine Anordnung für das Aufstellen von Haltverboten und anderen Maßnahmen, wie Intervall- oder Vollsperrungen,  ist die Allgemeine Dreherlaubnis. Sind für Filmaufnahmen Straßensperrungen, Haltverbote oder andere Maßnahmen (mehr als verkehrsüblich) auf über- und untergeordneten Straßen erforderlich, bedarf es dieser. Erteilt wird die Anordnung von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Abt. VI A – Verkehrsmanagement, Zentrale Straßenverkehrsbehörde (ehemals VLB). Diese hört polizeiliche und bezirkliche Behörden an und bezieht darüber hinaus Botschaften und z.B. Bundestagsbehörden mit ein. Allerdings ist das im Vorfeld der Antragstellung zum Teil auch von den Produktionen zu leisten.


Antragsformulare:

Mit der Erklärung Verkehrszeichenplan nach Ortsbegehung bestätigt die Produktionsfirma u.a., dass der einzureichende / eingereichte Verkehrszeichenplan auf der Grundlage einer aktuellen Inaugenscheinnahme der Veranstaltungs- bzw. Produktionsfläche basiert und dieser bei Veranstaltungs-/Drehbeginn den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort entspricht.


Bearbeitungsfrist:

Es wird darum gebeten, den Antrag grundsätzlich so früh wie möglich, - mindestens 2 Wochen vor Beginn der Maßnahme zu stellen. In Zeiten mit vielen Drehs kann sich die Frist auch verlängern.


Gebühr:

Es wird eine Verwaltungsgebühr erhoben, die sich nach dem tatsächlichen Aufwand der Behörde richtet und in der Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr festgelegt ist. Die Rahmengebühr liegt zwischen 10,20 € bis 767,00 €.


weitere Informationen:

Betrifft die Sperrung ausschließlich den Gehweg, ist ein 1,5 Meter breiter Streifen für das Passieren von Fußgängern freizuhalten.

Nebenbestimmungen zur Straßenverkehrsbehördlichen Anordnung

Sondernutzungserlaubnis Tiefbauamt


Für Nutzungen des Straßenlandes, die im Zusammenhang mit Filmaufnahmen stehen, ist im Regelfall eine Erlaubnis des Eigentümers erforderlich. Der Fachbereich Tiefbau der Bezirksämter ist dafür zuständig. Die Sondernutzung ist unabhängig vom Straßenverkehrsrecht und richtet sich nach dem Straßenrecht.


Antragsformulare:

Gebühren:

Die Kosten für die Gebühren für die Sondernutzung von öffentlichem Straßenland für Filmarbeiten richten sich nach Umfang und Dauer der Nutzung und werden nach der Sondernutzungsgebührenverordnung festgelegt.


Die Erlaubnis wird mit Nebenbestimmungen verbunden:
  1. Das Befahren der Gehwege bzw. das Aufstellen der Kraftfahrzeuge hat stets so zu erfolgen, dass die Sicherheit und Ordnung des öffentlichen Verkehrs jederzeit gewährleistet ist.
  2. Für sämtliche Schäden an der Straßenbefestigung sowie für sämtliche Unfälle, die durch das Befahren mit den Fahrzeugen verursacht werden, haftet der Sondernutzer in vollem Umfang.
  3. Haus- und Ladeneingänge sowie Grundstückszuwege müssen jederzeit so zugänglich bleiben, dass Rettungs-, Brandschutz- und Sicherungsmaßnahmen nicht behindert werden.
  4. Das Straßengrün (Bäume, Sträucher, Rasen etc.) ist vor Beschädigungen zu schützen. Zwischen Fahrzeug und diesen Anlagen ist eine mind. 1,50 m breite befestigte Gehwegfläche freizulassen.
  5. Der Erlaubnisnehmer haftet ohne Rücksicht auf eigenes Verschulden Berlin gegenüber für alle Schäden, welche Berlin im Zusammenhang mit der Sondernutzung der öffentlich-rechtlichen Sondernutzungserlaubnis entstehen. Im Zweifel gilt ein entstandener Schaden als durch den Erlaubnisnehmer verursacht.
  6. Erheben Dritte Anspruch gegen Berlin im Zusammenhang mit der Sondernutzung der öffentlich-rechtlichen Sondernutzungserlaubnis, so hat der Erlaubnisnehmer auf Verlangen Berlin freizustellen und die Vertretung Berlins in einem Rechtsstreit zu übernehmen.

Hinweis:

Eine Straßenlandsondernutzung ohne Sondernutzungserlaubnis erfüllt, ebenso wie Verstöße gegen die Auflagen, den Tatbestand einer Ordnungswidrigkeit, der mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 € geahndet werden kann.

Regelung für Brandenburg


Im Land Brandenburg bedarf es im Gegensatz zu Berlin keiner allgemeinen Dreherlaubnis.

Straßenrechtliche Sondernutzungserlaubnis


Die erforderliche straßenrechtliche Sondernutzungserlaubnis nach §46 (1) StVO erteilt die zuständige untere Straßenverkehrsbehörde des jeweiligen Landkreises, der kreisfreien Stadt bzw. der großen kreisangehörigen Stadt, in dem/der gedreht werden soll.

Der Antrag muss mindestens 14 Tage vor Drehbeginn gestellt werden.

Gebühr

Es wird eine Verwaltungsgebühr erhoben, die sich nach dem tatsächlichen Aufwand der Behörde richtet und in der Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr festgelegt ist.

Die Anordnung wird mit Nebenbestimmungen verbunden:

  1. Der Drehort ist mit Halteverbotsschildern und den notwendigen Zusatzschildern freizuhalten und mind. 96 Stunden vor Beginn der Wirksamkeit aufzustellen. Die zeitliche Begrenzung und die Länge der Verbotsstrecke sind auf das unbedingt erforderliche Mindestmaß zu begrenzen.
  2. Widersprüchliche Beschilderung ist abzudecken.
  3. Nach Beendigung muss ein sofortiger Schilderrückbau erfolgen.
  4. Es darf keine Lagerung von Technik im Straßenraum stattfinden .
  5. Eine Abstimmung mit anderen Nutzungen im Umfeld ist notwendig und die Anwohner sind mindestens drei Tage vorher von der Maßnahme zu informieren.
  6. Verunreinigungen des Straßenlandes aufgrund der Dreharbeiten sind unverzüglich zu entfernen.
  7. Für die Arbeiten nach 19.00 Uhr sind die Auflagen des Bereiches Umwelt zu beachten.

Genehmigung: Sondernutzung öffentlicher Raum - Tiefbau


Für Genehmigungen von Dreharbeiten im öffentlichen Raum des Landes Brandenburgs sind die jeweiligen Kreis- und Kommunalverwaltungen zuständig. 

Antragsformulare: Drehen auf öffentlichem Straßenland (Brandenburg)

Ansprechpartner*innen: BBFC

  •  Christiane  Krone-Raab

    Christiane Krone-Raab

    Leiterin Berlin Brandenburg Film Commission (bbfc)
    c.krone-raab@medienboard.de

    Tel: +49 331 74387 31

    Mob: +49 172 8533 838

    location@medienboard.de

  •  Daniel  Hasler

    Daniel Hasler

    Berlin Brandenburg Film Commission
    Service und Locations

    Tel: +49 331 74387 30

    location@medienboard.de

  •  Mareike  Hube

    Mareike Hube

    Berlin Brandenburg Film Commission
    Service und Locations

    Tel: +49 331 74387 30

    location@medienboard.de

  •  Sandra  Bellin

    Sandra Bellin

    Berlin Brandenburg Film Commission
    Öffentlichkeitsarbeit

    Tel: +49 331 743 87 33

    s.bellin@medienboard.de

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